Schloss Neuenburg Sachsen Anhalt

Astrolabium

Dieses handwerklich herausragende Astrolabium (griech. astrolabos = Stern-Erfasser) wurde 1596 wohl in Nürnberg gefertigt. Es ermöglichte die Demonstration von Himmelsbewegungen und diente für astronomische wie auch für astrologische Berechnungen und Prophezeiungen.

Bohlenstube

Im obersten Geschoss des Torhauses befindet sich die Block- oder Bohlenstube aus der Zeit um 1460. Auf Burgen haben sich nur selten solche Räume erhalten. Ursprünglich öffnete sich dieser Raum mit einem großen Erker zum Tal hin, der 1822 abgetragen wurde. Die Reste farbiger Malerei an den Wänden gehört den Modernisierungen des mittleren 16. Jahrhunderts an.

Hl. Elisabeth

Die kunsthistorisch bedeutende Skulptur der heiligen Elisabeth v. Thüringen enstand um 1360 im thüringisch-sächsischem Kunstraum. Sie wurde erst 1902 auf dem Dachboden der Neuenburg entdeckt, gelangte in den 1920er Jahren nach Berlin und ist seit 1994 als Dauerleihgabe der Staatlichen Museen zu Berlin preußischer Kulturbesitz wieder an ihrem alten Standort zu bewundern.

Turmgemach

Das Turmgemach bildet das oberste Geschoss des romanischen Wohnturms. Ursprünglich war es mit großen rundbogigen Fenstern zu drei Seiten geöffnet und diente so als Sommerlaube. Bei Umbauarbeiten im 15. und im mittleren 16. Jahrhundert wurden die romanischen Fenster zu- und neue Fenster eingesetzt, sodass dieser Raum auch im Winter benutzbar wurde.

Latrine

Die Besonderheit der Latrinen von 1226/27 auf der Neuenburg ist ihre Ausformung als Doppelsitzer.

Kirchsaal

Wir befinden uns wieder im ehemaligen Palas, eine Etage über dem Fechtsaal. Ursprünglich gehörte hier noch ein Geschoss drauf. Der Kirchsaal entstand während der Umbauten im Spätmittelalter und bildet den Vorsaal zur Oberkapelle - daher hat er seinen Namen.

Bildteppich

Der Teppich aus dem Halberstädter Domschatz vereint Szenen aus dem Leben der heiligen Elisabeth mit solchen aus der Vita Jesu Christi. Er wurde wahrscheinlich in einem niedersächsichen Frauenkloster im ersten Viertel des 15. Jahrhunderts gefertigt.

Der neue Wohnturm

Das Modell zeigt den romanischen Wohnturm von um 1225 und die im Anschluss daran, um 1226/27 entstandene Latrinenanlage. Deutlich ist zu erkennen, dass der Gang zu den Latrinen ursprünglich zum Brunnenhof hin als eine hölzerne Galerie geöffnet war und die einzelnen Geschosse des Wohnturms auch über hölzerne Galerien außen erschlossen waren.

Grüner Salon

Der heute als "Grüner Salon" bezeichnete Raum diente als Vorzimmer zum barocken Tafelgemach, dem heutigen Fürstensaal. Nachdem die Neuenburg ihre Residenzfunktion verloren hatte, nutzte der Oberforstmeister diesem Raum als Empfangszimmer. Daher ist der "Grüne Salon" mit Mobiliar und Einrichtungsgegenständen aus der Zeit um 1800 und der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ausgestattet.

Das Uhrenmuseum

Das Uhrenmuseum auf Schloss Neuenburg mit seiner Dauerausstellung "Wunder-Werk – Taschenuhr" verdankt sich der großzügigen Schenkung des Familien- und Freundeskreises um Peter Hüttel von Heidenfeld. Die feinen Taschenuhren zeugen nicht nur von Mode, sondern auch von tehnischen Entwicklungen und dem menschlichen Bedürfnis, die Zeit zu messen und zu kontrollieren.

Johann Adolph I. von Sachsen-Weißenfels

Das offizielle Staatsbild zeigt Herzog Johann Adolph I. von Sachsen-Weißenfels (1649–1697) in Harnisch und mit rotem hermelingefüttertem Umhang. Den dänischen Elefantenorden trägt er am blauen Band. Mit seiner rechten Hand verweist er auf das Schloss Neu-Augustusburg zu Weißenfels – die Hauptresidenz der Herzöge von Sachsen-Weißenfels wurde unter seiner Herrschaft fertiggestellt.

Fürstensaal

Der prächtige Saal entstand im Rahmen der Umbauten des barocken Jagdschlosses unter den Herzögen Johann Georg (1677–1712) und Christian (1682–1736) von Sachsen-Weißenfels. Letzterer ließ auch das Renaissanceportal hier her versetzen. In der Zeit der Herzöge von Sachsen-Weißenfels diente der Saal als Tafelgemach. Hier wurde also gespeist, getrunken und gefeiert. Heute erstrahl der Raum seit seiner großen, 1997 abgeschlossenen Restaurierung in der Fassung von 1853. Damals speiste hier der preußische König Friedrich Wilhelm IV. (1795–1861) mit seinen Gästen, wofür der Saal eigens wieder hergerichtet worden war. So erinnert heute der Fürstensaal mit seiner barocken Ausstattung und neobarocken Wandfassung an diese beiden prunkvollen Zeiten.

Christian von Sachsen-Weißenfels

Herzog Christian von Sachsen-Weißenfels (1682–1736) war ein begeisterter Jäger. Anlässlich seines 31. Geburtstages schuf Johann Sebastian Bach die berühmte Jagdkantate (BWV 208).

Portal von 1552

Dieses prachtvolle Portal stammt aus der Renaissance und gehört zu den Umbaumaßnahmen unter Herzog August von Sachsen (1526–1586). Ursprünglich hatte es einen anderen Standort im Schloss. Erst Herzog Christian von Sachsen-Weißenfels ließ es an diese Stelle in den Fürstensaal versetzen. Mehr dazu erfahrt Ihr [hier.](https://www.schloss-neuenburg.de/ihr-besuch/digitale-angebote/die-neuenburg/das-unvollendete-schloss-der-renaissance/)

Dionysos

In Pompeji, der 79 n. Chr. durch den Ausbruch des Vesuvs untergegangen Stadt am Golf von Neapel, wurde 1862 eine antike Bronzeplastik entdeckt. Ursprünglich wurde vermutet, dass es sich bei dem Jüngling um die mythische Gestalt des Narziss handeln musste, der sein Spiegelbild im Wasser bewundert. Mittlerweile gilt es als sicher, dass es sich um den jugendlichen Weingott Dionysos (Bacchus) handelt. Seit ihrer Entdeckung erfreut sich diese Plastik großer Beliebtheit. So ist um 1880 in Neapel auch diese Nachbildung entstanden, die dort wohl ein Kulturtourist erworben hat.

Die Neuenburg um 1150

Das Modell zeigt die um 1090 gegründete Neuenburg in ihrem Zustand um 1150 - also vor den großen Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts.

Pferdeschmuckanhänger

Der Pferdeschmucanhänger zählt zu den herausragenden Funden der Neuenburg. Er zeugt von Repräsentation und herrschaftlichem Leben auf der Neuenburg in der Mitte des 12. Jahrhunderts.

Brettspielstein

Dieser Spielstein wurde bei Baumaßnahmen auf der Neuenburg gefunden und ist es eines der wenigen Zeugnisse des hochmittelalterlichen Lebens auf dieser Burg.

Freyburger Aquamanile

Solche Aquamanilien dienten zur Handwaschung an der fürstlichen Tafel. Dieses Exemplar wurde unweit der Neuenburg in der Unstrut gefunden. Was es damit und mit der mittelalterlichen Handhygiene auf sich hat, könnt Ihr hier nachlesen.

Romanischer Wohnturm 2. Obergeschoss

Der fast quadratische Wohnturm wurde um 1225 errichtet und verfügt noch heute über vier Geschosse. Die Reste des prunkvollen spätromanischen Kamins, die aus der Bauzeit erhaltenen hölzernen Fensterladen und auch die Nähe zu den Latrinen lassen den fürstlichen Komfort des Hochmittelalters noch erahnen.

Taufstein

Die Doppelkapelle war aufgrund der ihr fehlenden Pfarrrechte nie Taufkirche und der Stein gehörte ursprünglich gar nicht hierher! Der Taufstein stammt aus dem 12. oder 13. Jahrhundert und gelangte erst Ende des 16. Jahrhunderts aus der Freyburger St. Kilianskirche auf die Neuenburg.

Weinkeller

Weinmuseum

Kinderkemenate

Rundgang

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